Senkung des Rundfunkbeitrags für Studenten – Offener Brief an die Ministerpräsidenten

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten durch das neue Beitragssystem Mehreinnahmen in Höhe von über einer Milliarde Euro generiert haben. Infolgedessen ist es nun erstmals möglich, den Rundfunkbeitrag zu senken. Anstelle einer allgemeinen Beitragssenkung um monatlich 73 ct möchte ich Sie bitten, eine spürbare Entlastung für Studenten in Betracht zu ziehen.

Vier von fünf Studenten in Deutschland beziehen kein BAföG, welches sie vom Rundfunkbeitrag befreien würde. Etwa 40 Prozent davon wohnen nicht bei ihrer Familie oder in Wohngemeinschaften, in denen die Kosten geteilt werden können. Dies hat zur Folge, dass schätzungsweise 800.000 Studenten mit dem vollen Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro belastet werden, obwohl ihnen monatlich genauso viel Geld zur Verfügung steht wie einem BAföG-Empfänger: 826 Euro. Die Durchschnittsaufwendungen für Telekommunikation (Rundfunkbeitrag, Internet, Telefon) liegen übrigens gleichauf mit denen für Lehrmittel: 35 Euro.

In den vergangenen Monaten sind unter anderem mit der Mütterrente und der Rente ab 63 mehrere wichtige politische Entscheidungen zu Gunsten der älteren Generation getroffen worden. Eine Senkung des Rundfunkbeitrags für alle Studenten würde daher nicht nur für mehr Beitragsgerechtigkeit sorgen, sondern wäre auch ein wichtiges Signal an die junge Generation, dass auch diese im Fokus Ihrer Bemühungen steht.

Wir möchten Sie daher bitten, auf der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz eine Beitragssenkung für Studenten zu erwägen. Diese wäre nach unserer Überschlagsrechnung – im Anhang – mit einem Teil der Mehreinnahmen finanzierbar. Gerne stehen wir Ihnen hierzu zum Gespräch bereit und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Anregung aufnehmen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Röckert

Der RCDS setzt sich weiterhin für eine Senkung deiner Rundfunkbeiträge ein! Mit obigem Schreiben haben wir uns kürzlich an die deutschen Ministerpräsidenten gewandt, um das Thema auf die Agenda der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz zu setzen. Mehr dazu in unserer Pressemitteilung.